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20.07.2007

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Wann Darlehensverzicht gegenüber der Co KG lohnt

Verluste Ihrer KG können Sie nur dann mit anderen Einkünften verrechnen, wenn Sie ein positives Kapitalkonto haben (§ 15a EStG). Zu diesem Kapital zählen: Ihr festes Kapitalkonto, Rücklagen, Gewinnguthaben oder Verrechnungsguthaben. Darlehen, die Sie Ihrer KG gewährt haben, zählen nicht dazu.

Kompliziert wird es bei „Finanzplandarlehen“: Das sind Darlehen der Gesellschafter, die nach der Finanzplanung der Gesellschaft erforderlich sind, damit der vorgesehene Geschäftsbetrieb oder dessen Erweiterung erst möglich wird. Wenn Sie Ihrer KG (meist bei der Gründung) ein solches gewährt haben, erhöht dieses eigentlich Ihr steuerlich maßgebliches Kapitalkonto und damit Ihr Verlustausgleichspotential. So entschied es zumindest der Bundesfinanzhof vor zwei Jahren. (BFH 07.04.05, DStR 2005, 1179)

Die Finanzverwaltung macht nun allerdings Zicken: Sie will Finanzplandarlehen nur ganz ausnahmsweise in das Verlustausgleichspotential im Sinne von § 15a EStG einrechnen (OFD Koblenz, 15.01.07, GmbH-StB 2007, 111)

Gegenstrategie: Verzichten Sie im Verlustfalle auf Darlehen, die Sie Ihrer GmbH & Co KG gewährt haben. Dadurch werden diese Eigenkapital und erhöhen Ihr Verlustverrechnungspotential. Sie verlieren dadurch nichts, weil Krisendarlehen sowieso von Gesetzes wegen wie Eigenkapital eingestuft werden. Man darf sie - wie Eigenkapital - erst nach einer Gesundung wieder abziehen. (§ 32a GmbHG, § 172a HGB)

Fazit: In Verlustsituationen ist es in der Regel steuerlich besser, auf Darlehen zu verzichten, um daraus steuerliches Eigenkapital zu machen. Dadurch wird man rechtlich nicht schlechter gestellt, steuerlich aber besser.


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