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07.09.2007

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Offenlegung: Wie „zu hohe“ Gewinne verschwinden

Ab der 2006er-Bilanz unterliegt jede GmbH & Co KG dem neuen Publizitätszwang. Anders als bisher wird sich dem nun niemand mehr entziehen können. Das ist vor allem manchen Gesellschaften ein Dorn im Auge, die sehr hohe Gewinne ausweisen. Denn „zu hohe“ Gewinne könnten nicht nur Neider auf den Plan rufen, sondern auch die Kunden auf die Idee bringen, Preise herunterzuhandeln.

Hier gibt es jedoch Abhilfe: Denn es ist in einer KG problemlos möglich, Gewinn aus der KG-Bilanz durch hohe Gehälter, Mieten und Zinsen abzusaugen. Eine Angemessenheitsprüfung wie bei der GmbH gibt es hier nicht. Steuerlich hat das keine Auswirkungen, da diese „Sondervergütungen“ ganz normal zu versteuern sind. Doch aus der handelsrechtlichen Bilanz - und nur diese ist im Unternehmensregister zu sehen - sind sie verschwunden.

Beispiel: Die XY GmbH & Co KG ist Automobil-Zulieferer und macht 2 Mio. Gewinn. Um diesen zu reduzieren, wird dem Geschäftsführer eine halbe Million Gehaltserhöhung zugestanden. Des Weiteren wird die Pacht für das Betriebsgelände um 600.000 Euro erhöht. Dadurch sinkt der für Außenstehende erkennbare Gewinn in der KG-Bilanz um 1,1 Millionen.

Nebenwirkung 1: Bei einer Mehr-Mann-KG muss darauf geachtet werden, dass diese Sondervergütungen nicht die Gewinnverteilung ändern. Außerdem wichtig: In Verlustfällen müssen die Vergütungen sofort wieder runter. Denn sonst muss man sie versteuern, während man die KG-Verluste unter Umständen nicht absetzen kann. (§ 15a EStG)

Nebenwirkung 2: Nicht die Gewerbesteuer-Anrechnung auf die Einkommensteuer durcheinander bringen! Denn das Anrechnungsvolumen je Gesellschafter richtet sich nach der Beteiligung an der KG. Wenn ein Gesellschafter überproportional hohe Gewinne kassiert, kann das dazu führen, dass die Gewerbesteueranrechnung zum Teil verloren geht.

Fazit: Wer den GmbH-&-Co-KG-Gewinn in der Öffentlichkeit nach unten korrigieren will, kann dies relativ leicht durch extreme Gehälter, Mieten oder Zinsen erreichen. Etwaige Nebenwirkungen sollte man allerdings vorher gut mit dem Steuerberater und Mitgesellschaftern besprechen.


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