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20.09.2007

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Anspar-Abschreibung: Wann Steuernachzahlung droht

Nach bisheriger Rechtslage konnten Sie Ansparabschreibungen in Höhe von 154.000 Euro in Ihre Bilanz einstellen. Das hat Ihre Steuerlast um etwa 40 Prozent reduziert. Also je nach Gewerbesteuer um 65.000 bis 70.000 Euro. Manch ein Unternehmer hat diese Anspar-Rücklage zur dauerhaften einfachen Kreditbeschaffung vom Finanzamt genutzt.

Damit ist jetzt Schluss: Laut Unternehmensteuerreform darf bereits in der 2007er-Bilanz keine neue Ansparabschreibung mehr gebildet werden (§ 52 Abs. 23 EStG). Die neue Ersatz-Vorschrift ist dann zwar schon mit der 2007er-Steuererklärung anwendbar, doch sie wird nur noch bei tatsächlich durchgeführten Investitionen funktionieren. Mit „erfundenen“ Investitionen ist dann Schluss.

Szenario 1: Unternehmer U hatte in der 2005er-Bilanz Investitionsabsichten in Höhe von 385.000 Euro behauptet, um eine Ansparabschreibung in Höhe von 154.000 Euro bilden zu können. In der 2006er-Bilanz hat er nichts daran geändert. Hier ist die Ansparabschreibung bereits in der 2007er-Bilanz aufzulösen und der 2007er-Gewinn um 154.000 Euro zu erhöhen. Steuernachzahlung: ca. 65.000 bis 70.000 Euro - spätestens Ende 2008 fällig.

Szenerio 2: Wie 1, aber die Ansparabschreibung wurde 2006 eingebucht. Dann wird die Nachzahlung Ende 2009 fällig.

Notlösung: Wer die Steuernachzahlung schlicht und einfach nicht auftreiben kann, der muss - sofern möglich - den neuen „Investitionsabzugsbetrag“ nutzen. Dieser führt allerdings bei Nichtinvestition zur `nderung des ursprünglichen Steuerbescheids mit 0,5 Prozent Nachzahlungszinsen pro Monat.

Fazit: Wer „erfundene“ Ansparabschreibungen zur Kreditbeschaffung eingebucht hat, muss sich darauf einstellen, diesen mit der 2009er-Steuererklärung wieder zurückzuzahlen.


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