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19.10.2007

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Schon ab 2007 heißt es „Ansparabschreibung ade!“

Schon ab der 2007er-Bilanz (bei einem abweichenden Wirtschaftsjahr 2006/2007 sogar schon bei Bilanzstichtag nach dem 17. August 2007) heißt es: Ansparabschreibung ade - Willkommen Investitionsabzug!

Was ist da überhaupt der Unterschied? Auf den ersten Blick scheint vieles ähnlich, aber der Teufel steckt im Detail. Und dass Ihnen ein schönes Gestaltungsinstrument verloren geht, das steht jetzt schon fest.

Manch einer wird in Liquiditätsnot geraten: Die Gewinnverlagerung in die Zukunft durch wiederholte Bildung und Auflösung der Ansparrücklage ist nicht mehr möglich. Das heißt für viele: Schluss mit 60.000 Euro Dauerkredit vom Finanzamt - rückzahlbar mit dem Steuerbescheid 2008.

Das sind die acht `nderungen des neuen Investitionsabzugs gegenüber der alten Ansparabschreibung:

1. Gut: Höchstbetrag bis 200.000 Euro Gewinnminderung (bisher 154.000).

2. Gut: Auch gebrauchte Anlagegüter sind künftig begünstigt. Bisher war Neu-Kauf Pflicht.

3. Gut: Der lnvestitionsabzug wird außerhalb der Bilanz abgezogen. Das ist gut fürs Rating. Denn anders als bisher wird die Bilanz nicht „verpfuscht“.

4. Gut: Obergrenze Eigenkapital bis 235.000 Euro. Außerdem ist jetzt das laufende Jahr maßgebend, früher war das Vorjahres-Kapital maßgebend.

5. Gut: Jetzt haben Sie drei Jahre Zeit, zu investieren. Bisher waren es zwei.

6. Schlecht: Das Anlagegut muss zu mindestens 90 Prozent eigenbetrieblich genutzt werden. Das kann GmbHs egal sein, weil hier der Geschäftswagen per Definition immer zu 100 Prozent betrieblich genutzt wird. In Personengesellschaften und Einzelunternehmen wird das ein Problem, wenn der Geschäftswagen zu mehr als 10 Prozent privat mitbenutzt wird.

7. Schlecht: Sie dürfen den Investitionsabzug nur nutzen für ehrlich geplante Investitionen. Das alte Spielchen, dass man straflos „3 Porsche Turbo“ angeben und darauf 40 Prozent Abschreibung (= 154.000 Euro) buchen durfte, ist nun vorbei. Wer seiner Phantasie künftig freien Lauf lässt, begeht ab der 2007er-Bilanz womöglich Steuerhinterziehung!

8. Schlecht: Der Investitionsabzug wird nachträglich rückgängig gemacht, wenn Sie nicht investieren. Damit ist die schöne Gewinnverlagerung in spätere Jahre nicht mehr möglich!

Ein Rechenbeispiel: Die X-GmbH & Co KG plant 2010 die Anschaffung einer Maschine für 100.000 Euro. Im Jahr 2007 zieht sie gewinnmindernd ab (außerhalb der Bilanz): 40 Prozent = 40.000 Euro. Und so geht es 2010 weiter: Im Jahr des Kaufs wird der Investitionsabzug in 2 Schritten auf das Investitionsgut steuerneutral übertragen. Der Investitionsabzug wird außerhalb der Bilanz Gewinn erhöhend aufgelöst = 40.000 Euro Gewinn. Die Anschaffungskosten des Investitionsguts werden um 40 Prozent gekürzt = 40.000 Euro Verlust. Die Abschreibungsbemessungsgrundlage für die Sonder-Abschreibung ist ab 2010: (100.000 Euro - 40.000 Euro =) 60.000 Euro. Sonder-Abschreibung 20 Prozent hiervon = 12.000 Euro. Die lineare Abschreibung wird ebenfalls von der Basis 60.000 Euro gerechnet. (§ 7g Abs. 2  EStG 2008), denken Sie darüber nach, die alte Ansparabschreibung ein letztes Mal zu nutzen. Denn Sie können dadurch bis zu 154.000 Euro Gewinn von 2006 nach 2008 in die Zeit der niedrigeren Körperschaftsteuer verschieben.


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