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19.08.2010

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Muss man bei Darlehen unbedingt Zinsen verlangen?

Fehlende, zu niedrige oder zu hohe Zinsen im Familienkreis oder bei der eigenen Firma sorgen immer wieder zu Diskussionen bei Betriebsprüfungen. Muss man überhaupt Zinsen verlangen, wenn man nicht will? Antwort: Das muss man nicht. Die Frage ist nur, welche steuerlichen Folgen das hat.

Darlehen an die KG: Wenn der Gesellschafter Darlehen an die KG gibt, ist der Zinssatz egal, weil sich das steuerlich neutralisiert. Geben (nicht beteiligte) Angehörige Darlehen an die KG oder bekommen sie Darlehen von der KG, muss der Zinssatz angemessen sein. Konkret: Wenn die GmbH & Co KG ihr Konto überzogen hat, muss sie mindestens den Sollzinssatz weiterberechnen, den die KG zahlen muss. Wenn die KG Guthaben hat und sonst nur Festgeldzinsen bekäme, muss sie Festgeldzinsen plus Risikozuschlag verlangen.

Darlehen von/an Angehörige: Zinsen sind nicht vorgeschrieben, geschenkte Zinsen gelten aber als schenkungssteuerpflichtig. Extrembeispiel: Jemand leiht seinem Bruder eine Million zinslos auf zehn Jahre. Üblicher Zins 40.000 Euro pro Jahr, Schenkung somit 400.000 Euro. Abzüglich Freibetrag 20.000 Euro sind 380.000 Euro zu versteuern mit 25 %. Das macht 95.000 Euro Erbschaftssteuer!

Übrigens: Zinseinnahmen von der eigenen Firma oder von Angehörigen unterliegen nicht der günstigen Abgeltungssteuer (25 Prozent), sondern dem regulären Steuersatz von bis zu 42 Prozent.

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