Newsletter

Zum PDF Archiv

18.11.2010

Als PDF herunter laden

Was Sie bei (Gruppen-)Unfallversicherungen jetzt tun sollten

Wenn Sie für Ihre Mitarbeiter Gruppenunfallversicherungen abschließen, können Sie diese steuerfrei belassen oder nicht. Früher entschied man sich oft für die Steuerpflicht, da man von folgender Gesetzmäßigkeit ausging: „Beiträge steuerpflichtig - Versicherungsleistung bei Unfall steuerfrei“ und „Beiträge steuerfrei  - Versicherungsleistung steuerpflichtig“.

Das ist seit 2008 obsolet: Denn der Bundesfinanzhof entschied, dass der Arbeitnehmer bei einem Unfall nur „die bis dahin entrichteten (…) Beiträge, begrenzt auf die Versicherungsleistung, als Arbeitslohn zu versteuern hat.“ (BFH, 11.12.08, VI R 9/05, DStR 2009, 317)

Die freiwillige Lohnsteuer hat also keinen Sinn mehr: Denn im schlimmsten Fall muss man die Beiträge nachversteuern, wenn wirklich mal ein Unfall passiert. Die eigentliche Leistung aus der Versicherung bleibt aber steuerfrei. Passiert nichts - und das ist zum Glück der häufigste Fall - fällt gar keine Steuer an. Die Finanzverwaltung sieht das mittlerweile genauso. (BMF, 28.10.09, DStR 09, 2373)

Feines Detail: Achten Sie darauf, dass dem Arbeitnehmer laut Versicherungsbedingungen „kein eigener unentziehbarer Rechtsanspruch“ zusteht. Denn nur dann gilt die Steuerfreiheit. Die Versicherung nennt das oft „Direktanspruch“.

Das sollten Sie jetzt tun: Den Direktanspruch (des Arbeitnehmers) streichen = Lohnsteuer streichen. Melden Sie Ihrer Versicherung also umgehend, dass Ihren Arbeitnehmern ab sofort kein Direktanspruch zustehen soll!

Terminsache: Holen Sie etwaig unnötig abgeführte Lohnsteuer für 2010 spätestens mit der Dezember-Abrechnung 2010 zurück!


zurück