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03.06.2014

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Ein Berater mit Beratervertrag muss auch tatsächlich beraten

Wenn der ehemalige Seniorchef aus der operativen Tätigkeit ausscheidet, wird anschließend oft ein „Beratervertrag“ vereinbart – meist mit Pauschalhonoraren. Umgekehrt kann als „Einstiegshilfe“ der Junior den Senior beraten.

Einen solchen Vertrag hatte jüngst ein Finanzamt in Bausch und Bogen verworfen. Das Finanzamt nannte für die Nicht-Anerkennung des Beratervertrags folgende Gründe: Der Vertragsgegenstand war mangelhaft geregelt, es war keine Regelung getroffen worden, ob die 30.000-Euro-Jahrespauschale einmal im Jahr oder in zwölf Monatsraten bezahlt werden soll, und es war zudem ein Haftungsausschluss für etwaige Schäden aus schlechter Beratungsleistung vereinbart worden. Das oberste Steuergericht hat jedoch festgestellt, dass nur entscheidend sei, ob die Beratungsleistungen tatsächlich erbracht wurden. Wenn ja, müsse man den Beratungsvertrag auch anerkennen. (BFH, 23.12.13, III B 84/12, BFH/NV 2014, 533)

Fazit: Das Finanzamt darf es nicht übertreiben bei der Prüfung von Beraterverträgen. Allerdings muss man auf Anfrage schon darlegen können, dass tatsächlich gehaltvolle Beratungsleistungen erbracht wurden, die das Honorar (im konkreten Fall 30.000 Euro im Jahr) rechtfertigen. Wenn man da nichts vorzuweisen hat, schaut es im Fall des Falles bei einer Betriebs­prüfung schlecht aus.


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