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03.06.2014

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Gewinn, Betriebsergebnis, EBIT, Jahresüberschuss: was ist das?

Manche Unternehmer - und auch manche Banker - vergleichen gerne Äpfel mit Birnen und werfen verschiedene Rechengrößen durcheinander. Da sollten Sie sattelfest sein und wissen, wovon genau die Rede ist.

Rohertrag: Das ist Umsatz minus Wareneinsatz. Und zwar minus dem(!) Wareneinsatz, der für diesen Umsatz verbraucht wurde. Wichtig: Der Wareneinsatz ist nicht unbedingt identisch mit dem Wareneinkauf. Hat sich Ihr Lagerbestand erhöht, war Ihr Wareneinkauf höher als der Wareneinsatz. Falls Ihr Inventurbestand abgenommen hat, ist es umgekehrt.

EBITDA: Kommt häufig bei Börsen-AGs vor, bei kleinen Unternehmen ist dieser Begriff eher ungebräuchlich. Es ist der Gewinn vor Abzug von Zinsen, Steuern und Abschreibung (earnings before interest, taxes, depreciation and amortization).

EBIT: Englischer Ausdruck für Gewinn vor Zinsen und Steuern (earnings before interest and taxes). Das EBIT wird auch oft als „operativer Gewinn“ bezeichnet. In der DATEV-BWA entspricht er der Zeile „Betriebsergebnis“.

Gewinn: Meiden Sie in Diskussionen mit Ihrer Bank diesen umgangssprachlichen Begriff, da er alles und nichts bedeuten kann. Vor allem ist bei „Gewinn“ unklar, ob das vor oder nach Zinsen sein soll und vor oder nach Steuerzahlungen. „Gewinn“ ist kein Fachausdruck! Der „Gewinn vor Steuern“ wird im HGB „Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“ genannt.

Jahresüberschuss: Das ist der Gewinn nach(!) Steuern.

Bilanzgewinn:
Das ist der Jahresüberschuss nach Ergebnisverwendung, z. B. einer Gewinnausschüttung.

Vereinfachtes Beispiel: Die X-KG hatte eine Million Umsatz, einen Wareneinsatz von 600.000 Euro, Personalkosten von 200.000 Euro und 50.000 Euro Abschreibung, sowie 50.000 Euro Zinsen. Die Gesellschafter-Versammlung hat schon vor der Bilanzfeststellung eine Gewinnaus­schüttung von 50.000 Euro beschlossen:

• Der Rohertrag beträgt damit 400.000 Euro (1 Million minus 600.000 Euro).
• Das EBITDA ist 200.000 Euro (400.000 Euro Rohertrag minus Personalkosten von 200.000 Euro).
• Der operative Gewinn (= Betriebsergebnis = EBIT) ist 150.000 Euro (400.000 Euro Rohertrag minus 200.000 Euro Personal minus 50.000 Euro  Abschreibung).
• Das „Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“ (= Gewinn vor Steuern) ist 100.000 Euro (operatives Ergebnis 150.000 Euro minus 50.000 Euro  Zinsen).
• Die Gewerbesteuer - 400 Prozent Hebesatz unterstellt - beträgt 14.000 Euro (14 Prozent).
• Die Höhe der Einkommenssteuer hängt vom Gewinnanteil des einzelnen Gesellschafters ab (z. B. 25 Prozent von 100.000 Euro, vermindert um tatsächlich gezahlte Gewerbesteuer) und von seinen übrigen Einkünften.


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