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18.05.2004

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Wie Sie 400-Euro-Jobbern mehr als 400 Euro auszahlen können

Kennen Sie das Problem? Ein 400-Euro-Jobber ist fleißig und möchte gerne mehr arbeiten. Sie möchten das auch, haben aber Angst, die 400-Euro-Grenze zu sprengen.

Was viele nicht wissen: Bei der Prüfung der 400-Euro-Grenze zählen steuerfreie Zahlungen sowie Zahlungen mit pauschalierter Lohnsteuer nicht mit. Diese können Sie also noch zusätzlich zum Arbeitslohn bezahlen. Im Folgenden eine Aufstellung der praxistauglichsten Zusatzzahlungen:

1. Handy: Überlassen Sie Ihren Jobbern leihweise ein Firmen-Handy auch zur Privatnutzung, müssen diese nichts versteuern. Für einen Minijobber, der gerne viel telefoniert oder viele SMS verschickt, kann dieser Vorteil leicht 50 Euro im Monat wert sein. (Fundstelle: § 3 Nr. 45 EStG)

2. Benzingutscheine: Sachbezüge bis 44 Euro im Monat bleiben steuerfrei. Geben Sie Ihrem Mini-Jobber also einen Gutschein über 30 Liter Super-Benzin, muss er diesen nicht versteuern. Achtung: Die Finanzverwaltung will Gutscheine mit einem festen Euro-Betrag nicht mehr als Sachbezug anerkennen. Sie müssen also eine Tankstelle finden, die derartige Gutscheine über „Liter“ und nicht über „Euro“ ausstellt. (Fundstelle: § 8 Abs. 2 Satz 9 EStG)

3. Job-Tickets und Fahrtkostenzuschüsse: Die steuerfreien Job-Tickets wurden zwar Anfang 2004 abgeschafft. Gleichwohl können Sie aber die Kosten für Fahrkarten immer noch übernehmen. Seit Anfang dieses Jahres kostet Sie das allerdings 15 Prozent Pauschalsteuer. Genauso können Sie jedem Mitarbeiter pro Entfernungskilometer 30 Cent Fahrtkostenzuschuss zahlen. Die Leistungen müssen gleich bei der Neueinstellung vereinbart werden oder als Gehaltserhöhung noch oben draufkommen. Eine Umwandlung von Gehalt in diese Leistungen wird nicht anerkannt. (Fundstelle: § 40 Abs. 2 Satz 2 EStG)

4. Erholungsbeihilfen: Zum Urlaubsantritt (das kann auch ein Kurzurlaub von wenigen Tagen sein) können Sie Ihren Mitarbeitern 156 Euro netto auszahlen. Das kostet 25 Prozent pauschale Lohnsteuer, aber keine Sozialversicherung. Bei der Prüfung der 400-Euro-Grenze zählt das auch nicht mit. Sie können noch drauflegen: 104 Euro für den Ehepartner und 52 Euro je Kind. (Fundstelle: § 40 Abs. 2 Satz 1Nr. 3 EStG)

5. Warengutscheine: Sie können Ihren Mitarbeitern - auch Ihren Mini-Jobbern - Waren aus Ihrem eigenen Sortiment verbilligt oder kostenlos überlassen. Der Preisnachlass darf maximal 1080 Euro pro Jahr betragen. (Fundstelle: § 8 Nr. 3 EStG)

6. Besorgungsfahrten: Erledigt Ihr Mitarbeiter mit seinem eigenen Auto Besorgungsfahrten, können Sie ihm ohne jede Steuerbelastung 30 Cent je gefahrenem Kilometer ersetzen. Ihre Mitarbeiter sollten über die gefahrenen Kilometer laufende Aufzeich-nungen führen und sich den Betrag monatlich gegen Quittung bar aus der Kasse erstatten lassen. (Fundstelle: MBF, 04.12.01, BStBl. 01 I, 541)


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