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04.03.2016

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Die vier häufigsten Fehler in Testamenten von Kommanditisten

Viele Unternehmer haben gar kein Testament und viele haben ein veraltetes. Jede GmbH & Co KG hat einen Gesellschaftsvertrag, aber auch der kann veraltet sein und vielleicht gar nicht mehr mit der Realität übereinstimmen.

Das sind die vier häufigsten Fehler, die sich in Co-KG-Kommanditisten-Testamente einschleichen:

  1. Keine Abfindungsklausel bei Übergang des KG-Anteils auf die anderen Gesellschafter: Eine Beteiligung an einer gut laufenden GmbH & Co KG kann sehr viel wert sein. Manchmal steht jedoch im Gesellschaftsvertrag, dass der Anteil verstorbener Kommanditisten ohne Abfindung auf die anderen Gesellschafter übergeht. Bei Ihnen auch? Ist das wirklich immer noch so gewollt? Wenn ja, sollte unbedingt eine Abfindungsberechnungsweise zugunsten der hinterbliebenen Familienmitglieder vereinbart werden. Der Bundes­gerichtshof war zwar früher einmal der Meinung, dass eine abfindungslose Einziehung eines KG-Anteils zulässig sei (BGHZ, 11.07.68, 50/316), aber ob das heute noch gilt, ist fraglich.

    IZW rät: Falls der KG-Anteil nicht vererbt werden soll, sollte im KG-Vertrag unbedingt eine wirksame Abfindungsklausel vorgesehen sein.
  2. Gleichlauf von Gesellschaftervertrag und Testament ist nicht gegeben: Es genügt nicht, eine Nachfolgeregelung im Gesellschafts­vertrag zu treffen, diese muss testamentarisch ebenfalls vorhanden sein.

    Beispiel: Im Gesellschaftsvertrag steht: „Beim Tode von Schulze-Senior tritt Schulze-Junior in die KG ein.“. Das muss Schulze-Senior dann aber in seinem Testament genauso regeln. Wenn Schulze-Junior gar nicht Erbe ist, nützt ihm die Klausel im Gesellschaftsvertrag nichts.
  3. Gar keine Nachfolgeregelung im KG-Vertrag: In diesem Fall fällt der KG-Anteil in die Erbengemeinschaft, und für den verstorbenen Kommanditisten können dann mehrere Erben in die Gesellschafterversammlung einziehen und dort jede Mehrheitsfindung schwierig machen.
  4. Regelung für Sonderbetriebsvermögen vergessen: Angenommen, der Vater hat sowohl im Gesellschaftsvertag, als auch im Testament geregelt, dass sein KG-Anteil auf seinen Sohn übergeht. Das ist schon einmal gut. Aber: Er hat nicht daran gedacht, dass das an die KG vermietete Grundstück zivilrechtlich sein Privateigentum ist und deshalb nicht mit dem KG-Anteil mit übergeht.

    Unerfreuliche Folge: Das Grundstück fällt nicht nur in die Erbengemeinschaft, sondern wird auch zum Verkehrswert aus dem Betriebsvermögen entnommen. Die Folge können Steuerzahlungen im Hunderttausenderbereich sein.

    Deshalb: Treffen Sie im Testament unbedingt auch eine Regelung für das Sonderbetriebsvermögen.

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