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18.04.2016

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Wann können Sie alte KG-Gewinne entnehmen?

In guten Zeiten werden KG-Gewinne oft stehengelassen. Dann aber kommen Verlust-Jahre und da stellen sich viele GmbH-&-Co-KG-Gesellschafter die Frage, ob man nun überhaupt noch „rankommt“ an die alten KG-Gewinne.

Liquiditätsproblem: Falls das KG-Konto ohnehin bereits überzogen ist, dürfte sich die Frage gar nicht stellen. Unterstellen wir aber einmal, dass genug Liquidität oder zumindest Kreditlinie da ist, und betrachten nur einmal die rechtliche Seite.

Im Regelfall ist es so: Die KG-Satzung sieht vor, dass der Gesellschafter Gewinne stets entnehmen kann. Dann sind diese auf einem Darlehenskonto des Gesellschafters zu verbuchen. Sie sind kein Eigenkapital der KG mehr, sondern Fremdkapital, weil das Geld bereits dem Gesellschafter gehört. Er kann dann von diesem Darlehenskonto jederzeit Entnahmen tätigen. Spätere Verluste sind hingegen auf einem Verlust-Sonderkonto zu verbuchen und müssen erst durch spätere Gewinne ausgeglichen werden – aber nicht umgekehrt!

So wird häufig falsch gebucht: Spätere Verluste werden von den stehen­gelassenen Gewinnen abgezogen und der Gesellschafter dadurch an der Entnahme der Gewinne gehindert. All das ist zwar in der Einmann-GmbH-&-Co-KG egal, denn hier „betrügt“ sich der Allein-Gesellschafter höchstens selbst. In KGs mit mehreren Gesellschaftern kann dieser Buchungsfehler jedoch zu ernsthaftem Streit und Schadensersatzansprüchen führen!

Fazit: Ja, man kann alte KG-Gewinne (rein rechtlich) auch dann noch entnehmen, wenn die KG später Verluste gemacht hat.


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