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01.07.2004

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Müssen Sie mit Ihrer Steuererklärung auf die KG-Bilanz warten?

Diese Frage tritt immer wieder bei den Gesellschaftern von GmbH & Co. KGs auf. Die Situation: Man hätte schon alle Belege für die private Steuererklärung beisammen und könnte sie eigentlich abgeben. Man rechnet sich schon eine hübsche Steuererstattung (z. B. wegen Zinsabschlagsteuer oder Vermietungsverlusten) aus, aber die Steuerkanzlei hat die KG-Bilanz noch nicht fertig. Muss man jetzt unbedingt darauf warten, dass diese - vielleicht erst im Herbst oder Winter - fertig wird?

Das sollten Sie wissen: Ihre KG muss jedes Jahr eine so genannte Feststellungserklä-rung abgeben, in der der Gewinn auf die Gesellschafter verteilt wird. Der festgestellte Gewinn wird an die Wohnsitzfinanzämter der Gesellschafter weitergemeldet und in den privaten Einkommensteuerbescheiden verarbeitet.


Muss man nun unbedingt auf diese Feststellungserklärung warten? Nein, das muss man nicht. Es ist zwar von Vorteil, wenn man den genauen Gewinnanteil schon weiß, der auf einen entfällt, weil man dann die Steuer im Vorhinein ausrechnen kann. Aber auch wenn Sie Ihren persönlichen Gewinnanteil noch nicht genau kennen, können Sie Ihre Steuererklärung schon abgeben. Als Gewinn tragen Sie einfach eine grobe Schätzung in die Anlage GSE ein. Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten, wie das Finanzamt darauf reagieren kann.

Variante I: Das Finanzamt verlässt sich vertrauensvoll auf Ihre Schätzung und schickt Ihnen auf dieser Basis Ihren privaten Steuerbescheid. Später, wenn die Feststellungs-erklärung für die KG abgegeben ist, wird Ihr privater Bescheid noch einmal geändert. Sie bekommen dann entweder eine Erstattung oder Sie müssen nachzahlen.

Variante II: Wenn sich das Finanzamt die Arbeit leicht machen will, lässt es Ihre Steuererklärung erst einmal ein paar Monate liegen, bis die Zahlen von der KG vorliegen. Gegen solch eine Untätigkeit können Sie in der Regel wenig ausrichten.

Variante III: Das Finanzamt misstraut Ihrer Schätzung und setzt stattdessen den Vorjahreswert an. Hiergegen können Sie sich wehren, wenn der tatsächliche Gewinn deutlich niedriger ist. Sie müssen dann allerdings eine vorläufige Gewinn- und Verlustrechnung vorlegen.

Fazit: Sie können Ihre private Steuererklärung durchaus schon sehr früh im Jahr abgeben. Dass die Gewinnanteile der KG zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststehen, macht nichts. Wenn Sie Glück haben, verarbeitet Ihr Finanzamt Ihre Erklärung mit geschätzten KG-Zahlen. Wenn Sie Pech haben, bringt Ihnen Ihre Eile allerdings nichts und Ihre Akten stauben erst einmal ein paar Monate im Finanzamt vor sich hin.

 


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