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15.09.2004

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Offenlegung: Wie Sie das Registergericht austricksen

Viele Geschäftsführer stören sich an dem Offenlegungszwang für Bilanzen der GmbH & Co. KG. Zur Erinnerung: GmbH & Co. KGs müssen ihre Bilanz innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag beim Registergericht einreichen. Verstöße bleiben folgenlos, solange sich niemand an der Nicht-Einreichung stört. Allerdings kann seit 2001 jedermann einen Antrag auf Offenlegung stellen - ohne ein berechtigtes Interesse nachweisen zu müssen.

Trost für kleine Unternehmen: Die Bilanz kann recht stark verdichtet werden, sodass Außenstehenden der Einblick erschwert wird. Wermutstropfen: Einige delikate Untergliederungen bleiben trotz Verdichtung unumgänglich. Am störendsten für Bilanz-Striptease-Phobiker: Obwohl man die Gewinn- und Verlustrechnung nicht offen legen muss, lässt sich der Jahresüberschuss aus dem Eigenkapital ablesen. Aber hier gibt es Abhilfe:

Probieren Sie mal diesen Trick: Sie verdichten stärker als erlaubt und geben das Eigenkapital als Sammelposition an, ohne die vorgeschriebene Untergliederung vorzunehmen in Stammkapital, Rücklagen und Jahresüberschuss. Vorteil: Wenn jemand Ihren Jahresabschluss beim Registergericht anfordert, sieht er den Gewinn Ihres Unternehmens nicht. Nachteil: Falls ein derartiger Interessierter mit Ihrer Ultra-Kurz-Bilanz unzufrieden ist, könnte er das Gericht darauf hinweisen, dass Ihre eingereichten Blätter nicht dem Handelsgesetzbuch entsprechen. Dann müssten Sie nachbessern und doch eine vorschriftsmäßige Bilanz nachreichen.

IZW-Service: Ein sofort verständliches Beispiel einer Bilanz und wie diese a) zulässig und b) unzulässig verdichtet werden kann, finden Sie hier.

Fazit: Wollen Sie verhindern, dass Fremde den Gewinn Ihrer GmbH & Co. KG erfahren, können Sie Ihre Bilanz über das vorgeschriebene Maß hinaus verdichten. Es ist unwahrscheinlich, dass das Registergericht dies von sich aus reklamiert. Auch besteht eine gewisse Chance, dass Außenstehende sich nicht beschweren, schon alleine damit diese anonym bleiben. Bußgelder wegen der übertriebenen Komprimierung drohen Ihnen nicht. Im schlimmsten Fall müssen Sie eine ordnungsgemäße Bilanz nachschieben.


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