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15.09.2004

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Wann Sie sich über die Gewerbesteuer freuen können

“Über die Gewerbesteuer freuen?!” Das werden Sie vielleicht als reinen Hohn empfinden, wenn Ihnen vor kurzem gerade ein Gewerbesteuerbescheid mit einer saftigen Nachzahlung auf den Schreibtisch geflattert ist. Aber seit 2001 kann das tatsächlich stimmen. Denn damals wurde die teilweise Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer eingeführt.

Die Entlastung funktioniert in Grundzügen so: Ihre GmbH & Co. KG kann die Gewerbesteuer als Betriebsausgabe ansetzen. Dadurch zahlen Sie weniger Einkommensteuer. Zusätzlich können Sie das 1,8fache des Gewerbesteuer-Messbetrages mit Ihrer Einkommensteuer verrechnen.

Hier kriegen Sie mehr zurück als Sie zahlen: Falls Sie dem Einkommensteuer-Spitzensatz unterliegen und am Geschäftssitz Ihrer GmbH & Co. KG ein niedriger Hebesatz gilt, machen Sie unterm Strich sogar ein Geschäft. Die Grenze für den Hebesatz liegt in 2004 bei etwa 360 Prozent. Liegt der Satz darunter, profitieren Sie.

Beispiel: Die Hansi-GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in Herrsching am Ammersee. Gewerbesteuer-Hebesatz: 300 Prozent. Hansi ist Allein-Gesellschafter und unterliegt dem Spitzensteuersatz. Das Finanzamt hat den “Gewerbesteuer-Messbetrag” für die Hansi-GmbH & Co. KG auf 10 000 Euro festgesetzt. Die KG muss also 30 000 Euro (10 000 Euro Messbetrag x Hebesatz 300 Prozent) Gewerbesteuer zahlen.

Das kriegt Hansi zurück: Durch die Steuerzahlung sinkt der Gewinn der KG um 30 000 Euro. Dadurch zahlt Hansi (45 Prozent Einkommensteuersatz plus Soli) 14 242 Euro weniger Einkommensteuer. Zusätzlich kann er das 1,8fache des Messbetrages (10 000 Euro) mit seiner Einkommensteuer verrechnen. Das macht noch mal 18 000 Euro Steuerminderung, inklusive Soli sogar 18 990 Euro. Ergebnis per Saldo: Die GmbH & Co. KG zahlt 30 000 Euro. Hansis Steuer mindert sich um 33 232 Euro. Im Endeffekt kassiert er 3232 Euro mehr, als die KG zahlen muss.

Fazit: `rgern Sie sich nicht über die Gewerbesteuer, falls Sie dem Einkommensteuer-Spitzensteuersatz unterliegen und Ihre GmbH & Co. KG in einer Gemeinde mit günstigem Hebesatz residiert. Zur Zeit liegt die kritische Grenze etwa bei 360 Prozent. Nächstes Jahr sinkt dieser Wert wegen der Absenkung des Spitzensteuersatzes von 45 auf 42 Prozent allerdings auf etwa 340 Prozent.


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