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15.12.2004

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Was Ihr Finanzamt nächstes Jahr über Ihre Kapitalanlagen erfährt

Die Finanzverwaltung rüstet auf zum Kampf gegen Schwarzgeldsünder. Der gläserne Geldanleger wird nächstes Jahr Realität.

Vorsicht - neue Jahresbescheinigung: Erstmals für das Jahr 2004 müssen Banken eine einheitliche “Jahresbescheinigung über Kapitalerträge und Veräußerungsgeschäfte“ erstellen. Aus diesen Jahresbescheinigungen erhält Ihr Finanzamt umfassenden Einblick in Ihre Wertpapieranlagen, soweit Ihr Geld von einem inländischen Kreditinstitut verwaltet wird.

Wertpapierkäufe vor 2004 bleiben vorerst noch im Dunkeln: Die Jahresbescheinigung für das Jahr 2004 wird hinsichtlich der Angaben über Spekulationsgeschäfte noch relativ unvollständig sein, wenn Sie Wertpapiere bis Ende 2003 gekauft haben. Diese Lücke wird dann aber in den Folgejahren geschlossen werden.

Neues Merkblatt: Die Kreditinstitute müssen den Jahresbescheinigungen nun ein amtliches Merkblatt beifügen, das Hinweise zu den steuerlichen Besonderheiten bei Finanzinnovationen und ausländischen Fonds enthält. Damit wird es schwierig, sich in Zukunft auf eine Unkenntnis der steuerlichen Pflichten zu berufen.

Zentrale Datei aller Bankkonten: Bedenken Sie auch, dass jedes deutsche Kreditinstitut schon jetzt eine Datei führen muss, die folgende Daten enthält: die Kontonummer, den Tag der Einrichtung und Auflösung des Kontos, den Namen, den Geburtstag und die Anschrift des Kontoinhabers sowie eines Verfügungsberechtigten oder eines abweichenden wirtschaftlich Berechtigten. (Rechtsgrundlage: § 24c Abs. 1 KWG)

Auf diese Datei kann Ihr Finanzamt ab 1. April 2005 zugreifen: Ab dann kann Ihr Finanzamt diese Datei nutzen, ohne dass Sie oder Ihre Bank überhaupt davon erfahren. Die Finanzbehörden können dann herausbekommen, bei welchen Banken  jemand ein Konto unterhält oder unterhalten hat. Das ermöglicht den Finanzbehörden, anschließend weitere Informationen von der betreffenden Bank anzufordern.

Terminsache 31.12.04: Wer nun ein mulmiges Gefühl bekommt, sollte rechtzeitig vor dem 31.12.04 eine “strafbefreiende Erklärung” abgeben. Hier kann man vergessene Zinsen mit nur 15 Prozent Steuersatz nachversteuern - ohne Strafzuschläge, Bußgelder oder Nachzahlungszinsen. Lesen Sie hierzu noch einmal unser EXTRA vom 06.03.04.

Fazit: Das Bankgeheimnis in Deutschland ist ab 2005 löchrig wie ein Schweizer Käse. Wer hier “Leichen im Keller” hat, sollte schleunigst seine alten Sünden bekennen und eine Steueramnestie-Erklärung abgeben. Am 1. April 2005 ist es hierfür zu spät.


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