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17.06.2005

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Haben auch Sie noch die Steuernummer auf dem Briefkopf?

Erschreckend viele deutsche Unternehmen geben immer noch ihre Steuernummer auf Briefbögen und Rechnungsformularen an. Das ist jedoch gefährlich und unnötig:

Gefährlich: Die vom Finanzamt vergebene Steuernummer ist ein ‘Sesam, öffne dich!’ für vertrauliche Ausforschungen beim Finanzamt. Wer Ihre Steuernummer weiß und sich geschickt anstellt, kann beim Finanzamt vertrauliche Daten über Sie herausfinden. Die Finanzämter behaupten zwar, ihre Mitarbeiter inzwischen besser auf den Datenschutz eingeschworen zu haben. Doch Tests zeigen immer wieder, dass es relativ leicht ist, am Telefon vertrauliche Daten aufgrund der Steuernummer auszuspähen.

Unnötig: Seit 01.01.04 muss die Steuer-Nummer gar nicht mehr angegeben werden. Es genügt die völlig unbedenkliche Umsatzsteuer-ID-Nummer.

Wer's nicht glaubt - hier der Gesetzeswortlaut: „Eine Rechnung muss folgende Angaben enthalten: (…) 2. die dem leistenden Unternehmer vom Finanzamt erteilte Steuernummer oder die ihm vom Bundesamt für Finanzen erteilte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.“ (Rechtsgrundlage: § 14 Abs. 4 Nr. 2 UStG)

Warum geben trotzdem so viele freiwillig ihre Steuernummer an? Ursache hierfür ist wohl die Rechtslage von Juli 2002 bis Ende 2003. Damals war die Finanzamts-Steuernummer tatsächlich Pflichtbestandteil einer Rechnung. Das Fehlen der Steuernummer blieb aber folgenlos. Da der Deutsche jedoch im Allgemeinen sehr gesetzestreu ist, haben sich viele Unternehmer trotzdem an diese alte Vorschrift gehalten und ihre Steuernummer auf Briefbögen drucken lassen und in Rechnungsformulare eingespeist. Und da steht sie seitdem, obwohl das Gesetz inzwischen schon wieder geändert wurde und sich die Angabe der Steuernummer als problematisch erwiesen hat.

Fazit: Ihre Steuernummer vom Finanzamt ist Ihre Privatsache und geht niemanden etwas an. Seit 2004 müssen Sie diese auch gar nicht mehr angeben. Vermeiden Sie den Missbrauch, indem Sie die Finanzamts-Steuernummer von Ihrer Korrespondenz tilgen und künftig nur noch die unbedenkliche Umsatzsteuer-ID-Nummer verwenden. Dagegen können das Finanzamt und keiner Ihrer Kunden etwas einwenden.


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