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30.06.2005

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Überhöhte Entnahmen: So vermeiden Sie persönliche Haftung

Mit Ihrer GmbH & Co KG haben Sie eine haftungsbeschränkte Rechtsform gewählt. Für Schulden und Verpflichtungen der Gesellschaft haftet nur Ihre KG, nicht aber Sie privat. Doch auch hier kann die persönliche Haftung schnell wieder aufleben ...

Voraussetzung für die Haftungsbegrenzung in der GmbH & Co KG: Sie haben Ihre Kommandit-Einlage in der Höhe erbracht, wie sie im Handelsregister eingetragen ist.

Entnahmen sind gefährlich: Ihre Haftung lebt wieder auf, wenn Sie Ihre Einlage wieder abziehen. Beispiel: Otto ist Kommanditist bei der Otto GmbH & Co KG. Als Einlage sind im Gesellschaftsvertrag und im Handelsregister 100. 000 Euro vereinbart. Im Juni erbringt Otto diese Einlage, im Juli zieht er sie wieder ab. Dadurch haftet er ab Juli wieder persönlich für Schulden der KG. Freilich nur bis zur Höhe von 100. 000 Euro.

Auch Gewinn-Entnahmen können gefährlich sein: Wenn Sie Ihre Einlage erbracht haben, dürfen Sie Ihre Gewinne entnehmen - ohne schädliche Folgen für Ihre Haftung. Anders ist das, wenn Ihr Kapitalkonto durch Verluste unter die bedungene Einlage gesunken ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Verluste tatsächlich eingetreten sind oder durch Sonderabschreibungen nur auf dem Papier stehen.

Beispiel: Günter ist alleiniger Kommanditist einer GmbH & Co KG. Seine Einlage in Höhe von 100. 000 Euro hat er erbracht. Durch sonderabschreibungsbedingte Verluste in Höhe von 100. 000 Euro ist sein Kapital auf null abgesunken. Im nächsten Jahr macht die KG 100. 000 Euro Gewinn. Wenn Günter diese Gewinne entnimmt, lebt seine Haftung wieder auf. Denn er müsste erst wieder sein Kapitalkonto auffüllen.

Weitgehend unbekanntes Haftungsrisiko: Ein unangemessen hohes Geschäftsführer-Gehalt gilt ebenfalls als Entnahme, die zur Haftung führen kann.

Wichtig: Auch beim Ausscheiden dürfen Sie Ihre Einlage nicht von Ihrer KG zurückverlangen, sonst lebt Ihre Haftung wieder auf. Von einem Nachfolger können Sie sich aber sehr wohl abfinden lassen.

Fazit: Die Haftungsbegrenzung einer GmbH & Co KG wirkt nur, wenn die Kommanditisten ihre Einlage erbracht haben. Wird diese wieder zurückbezahlt, haften die Gesellschafter wieder privat. Allerdings: Relevant wird dieses Problem nur bei einer Insolvenz.


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