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30.06.2005

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Wenn Ihr Schuldner nicht zahlen kann

Die Zahl der Insolvenzen nimmt auf hohem Niveau weiter zu: Leider ist es immer seltener eine bloße Ausrede, wenn der Schuldner angibt, nicht zahlen zu können. In dieser Situation ist ein gerichtliches Verfahren oder die Zwangsvollstreckung nur zweite Wahl.

Warten Sie nicht ab, ob Ihnen der Schuldner ein Angebot macht: Schlagen Sie eine kreative Lösung vor. Ist der Schuldner dauerhaft zahlungsunfähig, führt am Insolvenzverfahren kein Weg vorbei. In diesem Verfahren sind alle Gläubiger gleich, egal ob Sie einen Vollstreckungstitel haben oder nicht. Liegt aber nur ein vorübergehender Engpass vor, gibt es eine ganze Menge an Lösungsmöglichkeiten: von der Ratenzahlungsvereinbarung über den Teilerlass bis zur Stundung.

Eine Lösung ohne Sicherheiten ist keine gute Lösung: Ein Kollege der Ihnen versichert, dass sein Unternehmen zwar nicht im Moment, aber in drei Monaten zahlen kann, verliert seine Glaubwürdigkeit, wenn er nicht bereit ist, die persönliche Bürgschaft für den Zeitraum bis zur Zahlung zu übernehmen. Warum sollen Sie ihm glauben, wenn er seiner Aussage selbst nicht recht traut - denn sonst könnte er ja bürgen?

Neben einer Bürgschaft kommen ein Schuldbeitritt (ein Dritter übernimmt neben dem Schuldner die Haftung), die Schuldübernahme (ein Dritter übernimmt statt des Schuldners die Haftung) oder die Sicherungsabtretung von Forderungen in Betracht (Sie lassen sich Ansprüche Ihres Schuldners gegen Dritte abtreten).

Lassen Sie den anderen Gläubigern aber keinen Vorsprung: Denn andere Gläubiger bereiten schon die Vollstreckung vor. Dabei geht's gar nicht biblisch zu und die Ersten bleiben die Ersten ...

So können Sie sich vor Nachteilen schützen und ihrem Schuldner trotzdem Zeit lassen, sich finanziell zu erholen: Vereinbaren Sie neben der Stellung von Sicherheiten, dass Ihr Schuldner gegen Ihren Mahnbescheid keinen Widerspruch und gegen den dann folgenden Vollstreckungsbescheid keinen Einspruch einlegt und dass er in Raten zahlt. Im Gegenzug verzichten Sie auf die Vollstreckung, solange die Raten pünktlich kommen. So werden Sie im Gläubigerrennen nicht überrundet. Denn Sie können, wenn die Raten ausbleiben, sofort vollstrecken, während Ihr Schuldner die Sicherheit hat, dass ihm, wenn er die Ratenverpflichtung einhält, nichts passiert.
 
Haben Sie schon mal an den Notar gedacht? Die Zwangsvollstreckung kann nicht nur aus Vollstreckungsbescheiden oder Urteilen betrieben werden, sondern auch aus notariellen Urkunden. Bieten Sie dem Schuldner als Alternative zur teuren gerichtlichen „Titulierung“ an, eine notariellen Schuldurkunde errichten zu lassen, die vom Notar für vollstreckbar erklärt werden kann. Das geht schnell, kostet wenig und niemand erfährt davon, solange der Schuldner seine Zusagen einhält ...


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