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01.08.2005

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Für Ihr volljähriges Kind erhalten Sie jetzt leichter Kindergeld

Kindergeld für ein volljähriges Kind bekommen Sie nur dann, wenn dieses in Ausbildung ist und höchstens 7 680 Euro verdient. Die Finanzämter sind hier bisher vom Bruttolohn ausgegangen. Die Sozialversicherungsbeiträge wurden zur Prüfung des Grenzbetrags nicht abgezogen.

Das hat sich nun geändert: Ab sofort müssen auch Sozialversicherungsbeiträge abgezogen werden. Das besagt ein neues Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Dadurch werden sehr viele Eltern in den Genuss von Kindergeld kommen, deren Kinder bisher den Grenzbetrag überschritten haben. (Fundstelle: FinMin NRW, 03.06.05, DB 05, 1306)

Beispiel: Susi ist 19 Jahre alt und macht eine Banklehre. Die Ausbildungsvergütung beträgt 10 000 Euro im Jahr. Alte Rechnung: 10 000 Euro minus 920 Euro Werbungskostenpauschbetrag ist gleich 9 080 Euro Einkommen. Damit war der Grenzbetrag von 7 680 Euro überschritten und die Eltern haben das Kindergeld und alle anderen damit zusammenhängenden Vergünstigungen verloren. Neue Rechnung: 10 000 Euro minus 920 Euro Werbungskostenpauschbetrag minus 2 100 Euro Sozialversicherung ergibt ein Einkommen von 6 980 Euro. Susis Eltern haben also doch Anspruch auf Kindergeld.

Was ist mit der Lohnsteuer? Hier prüft die Finanzverwaltung zurzeit, ob der Grenzbetrag auch um andere Beträge zu kürzen ist. Zum Beispiel um Lohnsteuer, Kirchensteuer oder private Krankenversicherungsbeiträge.

Wann Sie von der neuen Entscheidung profitieren: Bei allen noch offenen Veranlagungen. Bestandskräftige Bescheide werden nicht geändert. Sie sollten aber auf jeden Fall Ihren Steuerberater konsultieren, falls Ihre Kinder in den letzten Jahren eine Ausbildung absolviert haben, Ihnen aber wegen Überschreitens der Einkommensgrenze das Kindergeld gestrichen wurde.


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