Newsletter

Zum PDF Archiv

07.10.2005

Als PDF herunter laden

Wann sind Sie als Gesellschafter sozialversicherungspflichtig?

Komplementäre sind stets sozialversicherungsfrei. Doch bei einer normalen GmbH & Co KG gibt es nur Kommanditisten.

Bei Kommanditisten gilt Folgendes: Kommanditisten, die in der KG als Angestellte, auch als Geschäftsführer, gegen ein festes Gehalt arbeiten, sind grundsätzlich versicherungspflichtig, wenn sie keinen maßgeblichen Einfluss auf die Gesellschafterbeschlüsse der GmbH & Co KG ausüben können.

Ausnahme: Wenn der Kommanditist mit Zustimmung aller Gesellschafter als Geschäftsführer tätig ist, ohne von der Komplementär-GmbH oder von den Beschlüssen der Gesellschaft abhängig zu sein, ist er sozialversicherungsfrei.

Beispiel: Herr Gschwendtner ist beherrschender Kommanditist der Gschwendtner GmbH & Co KG und Mehrheits-Gesellschafter der Komplementär-GmbH. Er ist mit Zustimmung aller Gesellschafter als Geschäftsführer tätig. Außerdem ist er von der Komplementär-GmbH und von den Beschlüssen der Gesellschaft unabhängig, denn er kann ja selbst alle diese Beschlüsse beeinflussen. Ergebnis: Gschwendtner ist sozialversicherungsfrei.

Versicherungsfreiheit gilt auch hier: Erhält ein Kommanditist kein Gehalt, das dem Umfang seiner Arbeit entspricht, sondern nur einen - festen oder variablen - Vorschuss auf den KG-Gewinn (sog. „Gewinnvorab“), ist er ebenfalls sozialversicherungsfrei.

Doppelte Strafe für sozialversicherungspflichtige Kommanditisten: Steuerlich gelten deren Einkünfte nicht als Arbeitseinkünfte, sondern als solche aus „Gewerbebetrieb“. Das heißt, dass es keinerlei arbeitgeberbezogenen Vergünstigungen gibt. Kein Arbeitnehmer-Pauschbetrag, keine steuerfreien Nachtarbeitszuschläge, kein Fahrgeld, keinen Entlassungsfreibetrag und so weiter. Leider hat der Bundesfinanzhof diese Handhabung so abgesegnet.


zurück