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14.12.2005

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Schaffen Sie eine steuerlich optimierte Privatrente in der Familie

Viele kennen das Prinzip: Die Eltern übertragen Wirtschaftsgüter (z. B. Mietshaus oder Betrieb) auf ihre Kinder. Diese müssen den Eltern dafür eine lebenslange Rente zahlen. Die Kinder können die Rente absetzen und die Eltern müssen sie versteuern.

Neues Urteil: Das funktioniert jetzt auch bei Geldschenkungen. Hier übertragen Mutter oder Vater Bargeld. Das Kind verpflichtet sich im Gegenzug zu einer lebenslangen Rentenzahlung. Beispiel: Der Vater schenkt dem Sohn 50.000 Euro gegen eine lebenslange Rente in Höhe von 300 Euro monatlich. Die 3.600 Euro pro Jahr kann der Sohn absetzen, der Vater muss sie versteuern. (Fundstelle: BFH, 01.03.05, DStR 05, 1174)

Voraussetzung: Der Sohn muss sich entweder verpflichten, von dem Geld „ertragbringendes Vermögen“ (z. B. Mietwohnungen oder Rentenpapiere) zu kaufen oder er muss sich verpflichten, das Geld zur Tilgung seiner eigenen Schulden im Zusammenhang mit „ertragbringendem Vermögen“ zu verwenden. Was nicht anerkannt wird: Schuldentilgung beim Eigenheim. Außerdem muss die Rente lebenslang laufen. Eine befristete Rente (z. B. auf zehn Jahre) klappt steuerlich nicht.

Rentenzahlungen steuerlich optimieren: Hat der Vater einen hohen Steuersatz und der Sohn einen niedrigen, sollte man eine unveränderliche Leibrente vereinbaren. Dann kann der Sohn zwar nur 18 Prozent der Zahlungen absetzen, der Vater muss aber auch nur 18 Prozent versteuern (angenommenes Alter des Vaters: 65). Hat der Vater einen niedrigen Steuersatz und der Sohn einen hohen, sollte man eine so genannte „dauernde Last“ vereinbaren. Dann kann der Sohn die Zahlungen in voller Höhe absetzen, der Vater muss sie freilich auch in voller Höhe versteuern.

Fazit: Das neue Urteil erlaubt, sich Privatrenten innerhalb der Familie selbst zu
stricken. Wenn Sie das Steuergefälle zwischen Jung und Alt geschickt ausnutzen,
muss das Finanzamt einen Teil der Rente mit beisteuern.


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